Symposium: Macht die Geheimnisse produktiv – Joseph Beuys morgen

23. Januar 2016 Kassel, Kunsthochschule, Menzelstraße 13
Anmeldung erbeten


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Auf der Linie der Logik – Joseph Beuys-Interview 1982 als Filmvorführung und Gespräch zwischen Theo Altenberg und Rhea Thönges-Stringaris

3. Dezember 2015, 17 – 20 Uhr, Neue Galerie

Im Rahmen der documenta 7 führte Theo Altenberg ein ausführliches Interview mit Joseph Beuys, der hier vertiefende Aussagen macht über seine Motive für das Kunstwerk „7000 Eichen“, über die Einschmelzung der Zarenkrone und sein Verständnis für die Aufgaben der Kunst über die documenta hinaus: „ … daß die Kunst tatsächlich wirksam wird in einem größeren Bereich …“


Theo Altenberg ist in vielfältigen Medien künstlerisch tätig – als Fotograf, Filmer, Aktionskünstler, Herausgeber der AA-Nachrichten, im Theater, Mitbegründer des Kunstbüro Friedrichshof, etc. pp., derzeit mit Projekten an der Berliner Volksbühne. Zu Beginn der 80er Jahre enge Kontakte zu Joseph Beuys und der Free International University.
Dr. Rhea Thönges-Stringaris ist Archäologin, Kunsthistorikerin und Autorin. Nach ihrer Tätigkeit in den Staatlichen Kunstsammlungen in Kassel trat sie 1972 der Bewegung Direkte Demokratie e.V. bei und arbeitete eng mit Joseph Beuys zusammen. Weitere Aktivitäten: 1977 Gründung der Kasseler Free International University, 1982 - 1987 Aktion „7000 Eichen“, Aufsichtsrat der documenta GmbH, heute Mitglied der Kuratorien der „Stiftung 7000 Eichen“ und „Mehr Demokratie“.

Joseph Beuys – Vertiefungen. Ein Kolloquium mit Johannes Stüttgen – Erläuterungen und Gespräch

8. November 2015, 14 – 17 Uhr, Neue Galerie

Johannes Stüttgen, Meisterschüler und Mitarbeiter von Joseph Beuys, wird den Zusammenhang aufzeigen zwischen einigen Ausstellungsstücken von Joseph Beuys in der Neuen Galerie („Das Rudel“, „Urschlitten“ und Exponate in den Vitrinen), der Großskulptur „7000 Eichen“ in Kassel und der Idee der „Sozialen Plastik“. Diese Idee bezieht sich auf die Bestimmung jedes Menschen – als Künstler und dessen Auftrag, eine menschenwürdige Gesellschaft zu formen.


Joseph Beuys war fünf Mal auf der documenta vertreten (1964/1968/1972/1977/1982, sowie 1987 und 1992 posthum) und bereitete in fünf logisch abgesteckten Etappen eine Kunstsubstanz zu, deren Aktualität – bezogen u. a. auf die Ökologie-, die Demokratie- und nicht zuletzt die Flüchtlingsfrage – nur immer zunimmt.

Museumsnacht

5. September 2015

Die Stiftung 7000 Eichen veranstaltet wieder drei vom Künstler Lutz Kirchner geführte Bustouren zu ausgewählten Standorten der Beuys-Bäume.
Erstmalig wurden auch gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen FahrradClub (ADFC) eine Rundfahrt zu Beuys-Bäumen und eine weitere Bustour für 35 Mitglieder des Kasseler Rotary-Clubs angeboten.

In der Ausstellung Joseph Beuys – 7000 Eichen – StadtRaum und Zeit fanden vier Führungen durch die Stiftungsvorstandsmitglieder Elke Bockhorst, Christof Nolda, Hans-Ulrich Plaßmann und Volker Schäfer regen Zuspruch.

Joseph Beuys: 7000 Eichen StadtRaum und Zeit 9.7.2015 – 31.1.2016

Eröffnung: 8. Juli 2015, 19.30 Uhr, Neue Galerie Kassel
 
In Kooperation mit der Neuen Galerie zeigt die Stiftung 7000 Eichen in einer Kabinett-Ausstellung u. a.

  • eine Groß-Präsentation aller Beuys-Baum-Standorte in Kassel und im Umland
  • umfangreiche Fotodokumentationen aus den Jahren der Pflanzung
  • überraschende Parallel-Ansichten von Stadtquartieren ohne die Beuys-Bäume und von heute
  • viele Zitate von Joseph Beuys, in denen er seine künstlerische Idee umreißt
  • Dokumente, Korrespondenz und andere Archivalien
  • den Dokumentarfilm von Fabian Püschel: 7000 Eichen
  • ein sehr dichtes Interview, das Theo Altenberg mit Joseph Beuys geführt hat.

 
Über 30 Jahre nach der Pflanzung des letzten Baumes ist die Bedeutung des Geschenks
von Joseph Beuys an die Stadt Kassel aktueller denn je.

Basaltstele gespendet

Sieben Mitglieder des Vereins der Gäste- und Museumsführer Kassel haben sich zusammengetan und eine Basaltstele für einen Baum an der Brüderkirche gespendet.

Fotografin der Übergabe der Urkunde: Anne Fingerling

Die Stiftung bittet um Unterstützung

Durch Brüche beim Versetzen von Bäumen mit den Steinen, durch Verkehrsunfälle und anderes fehlen jetzt bereits etwa 50 Stelen. Und an dem einzigen Steinbruch der uns noch welche liefern könnte, beginnt man bereits mit der Verfüllung.

Artikel: HNA 27.8.2014

Jan Hoet gestorben – 27. Februar 2014

Im Alter von 77 Jahren ist Jan Hoet, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „7000 Eichen“, in seiner Heimatstadt Gent gestorben. Jan Hoet war nicht nur als Künstlerischer Leiter der documenta 9 ein großer Kommunikator – ihm gelang es auch bei vielen Begegnungen seiner weiteren Schaffensstationen, die Menschen mit seinen anregenden Erzählungen über Kunst und KünstlerInnen in den Bann zu ziehen. Als rastloser Botschafter der Kunst wurde er nicht müde, bei seinen ZuhörerInnen um Offenheit und Neugier für die Aussagen der Kunstwerke zu werben. Seine ansteckende Begeisterungsfähigkeit hat viele Menschen mitgerissen.
Mit großem Dank wird er uns in Erinnerung bleiben.

Baumpflanzung am Jungfernkopf 13.11.2013

Im Rahmen der 1100-Jahr-Feier der Stadt Kassel koordiniert die Stiftung die Pflanzung einer Silberlinde als Beuys-Baum-Solitär an der Eisenbahn-Überführung Schenkebierstanne. Viele RepräsentantInnen aus dem Stadtteil, der Ortsbeiratsvorsitzende, Stadtverordnete und die Leiterin des Umwelt- und Gartenamtes nehmen daran teil. Eine besondere Bereicherung ist der Liedbeitrag einer großen Kindergruppe aus der Kita.

Neuer Vorsitzender des Vorstands

Im Sommer 2013 hat die Stiftung 7000 Eichen sich einen neuen Vorsitzenden gegeben. Nachdem das Kuratorium Volker Schäfer einstimmig in den Vorstand wählte, hat ihn der Vorstand in seiner nächsten Sitzung einvernehmlich als seinen Vorsitzenden erkoren. Volker Schäfer war in Kassel Dezernent für Kultur, Jugend, Schule und Weiterbildung und ist Mitglied des Vorstandes des Kasseler documenta forums.

Museumsnacht am 7. September 2013

Die Stiftung 7000 Eichen beteiligt sich an der Kasseler Museumsnacht 2013 mit Bustouren zu ausgewählten Baumstandorten.

Abfahrt: Friedrichsplatz

Volker Stockmeyer gestorben

Am 26. März 2013 starb nach langer Krankheit Volker Stockmeyer, der für die Stiftung 7000 Eichen seit ihrer Gründung 2002 als Vorstandsvorsitzende gewirkt hatte. In dieser Zeit wurde ein wichtiges Fundament für die Würdigung des Kunstwerks „7000 Eichen“ von Joseph Beuys gelegt. Aus einer langen Spannungssituation zwischen der Stadtverwaldung und der Stadtverwaltung ist seitdem mehr und mehr eine gestaltende Kooperation geworden. Volker Stockmeyer hat nicht nur durch die Arbeit für ein Symposium, für das Erscheinen einer CD mit wichtigen Informationen über das Kunstwerk und auch eines bebilderten Bandes zum 30. Jahrestag der ersten Baumpflanzung, sondern auch in vielen Veranstaltungen und Situationen für das Kunstwerk gekämpft und gestritten. Wir haben ihm und allen Menschen im Vorstand und weit darüber hinaus, die ihn bei seiner Arbeit tatkräftig unterstützt haben, zu danken.

Buchvorstellung „30 Jahre Joseph Beuys 7000 Eichen“

Rechtzeitig vor der documenta 13 wird diese Neuerscheinung am 23. Juni 2012 um 16.30 Uhr in der Buchhandlung Walther König vor dem Fridericianum vorgestellt.

Am 16. März 1982 pflanzte Joseph Beuys anlässlich der documenta 7 vor dem Portal des Fridericianums die erste seiner „7000 Eichen“. Warum ein weiteres Buch zu diesem Kunstwerk? 30 Jahre später will die Stiftung 7000 Eichen mit der vorliegenden Veröffentlichung an die Bedeutung des Werkes und an die Aktualität des Beuysschen Denkens erinnern. Mit einer Vielzahl von Bildern sowie mit verschiedenen Essays wird die ständig sich wandelnde Gestalt und Wirkungsgeschichte dieser lebendigen Plastik dokumentiert. In anderen Beiträgen wird dem Einfluss von Beuys auf die zeitgenössische Kunst nachgegangen wie er sich u. a. an den in der Kunsthalle Fridericianum gezeigten Arbeiten junger Konzeptkünstler nachweisen lässt. Auf der diesjährigen dOCUMENTA (13) werden die Ideen von Beuys in verschiedenen Arbeiten sichtbar, stellvertretend seien Giuseppe Penone oder Jimmie Durham genannt.

Das Buch - erschienen im Verlag Walther König Köln - enthält Beiträge von Rudi Fuchs, Eugen Blume, Jan Hoet, Hans Eichel, Veit Loers, Marianne Heinz, Hans-Jürgen Taurit, Thomas-Erik Junge, Johannes Stüttgen, Andreas Schmidt-Maas, Norbert Scholz, Harald Kimpel, Dirk Schwarze, Alfred Nemeczek, Rhea Thönges-Stringaris sowie Rein Wolfs. Das Buch von 160 Seiten wird durch etwa 80 Fotos u.a. von Dieter Schwerdtle bereichert.

Es ist ab sofort im Buchhandel erhältlich und kostet 18 Euro. Herausgeber ist die Stiftung 7000 Eichen.

ISBN 978-3-86335-178-6

„Baum und Stein“ – „ein grundschulbezogenes künstlerisches Forschungsprojekt“ von Prof. Dr. Andreas Brenne Universität Kassel 1.12.2011

1. Stadtverwaldung

Die Stadt Kassel ist voller geheimnisvoller Zeichen, deren Existenz dem unbeteiligten Flaneur verborgen bleibt. Dazu gehören auch die kasselweit platzierten Baum-Stein-Arrangements die auf das Documenta-Projekt 7000 Eichen von Josef Beuys aus dem Jahre 1982 zurückgehen, und sich im nächsten Jahr zum 30sten mal jährt. Nicht nur Kinder fragen sich: Was hat es mit den Baum-Stein Konstellationen auf sich, die das Kasseler Stadtbild prägen. Seit 1982 trägt die „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ erheblich zu einem grünen Kassel bei, wobei sich weitere Fragen anschließen. Was bedeuten die Stein-Baum Konstellationen? In welche Umgebung wurden die Bäume beschaffen? Warum wurden genau 7000 Eichen gepflanzt. Was sagte die Stadtverwaltung zu diesem Plan. Lauter Fragen, denen es sich lohnt nachzugehen.

Im Kontext dieser Gemengelage wird im Documenta-Jahr 2012 ein konkretes Unterrichtsprojekt für die Grundschule geplant und durchgeführt werden. Initiator und Durchführende sind Lehrende des Instituts für Musik der Universität Kassel (Olaf Pyras, Prof. Dr. Andreas Brenne) und Studierende des Lehramtes für die Grundschule. Dabei sollen Methode einer künstlerisch-ästhetischen Forschung zur Anwendung kommen, wobei die Erprobung innovativer und partizipatorischer Vermittlungsformen im Sinne einer substantiellen Schulentwicklung im Fokus dieser Ausbildungsveranstaltung stehen. Um dies zu gewährleisten setzen sich die Studierenden zunächst selbstständig mit dem Beuysschen Ideenkosmos auseinander und entwickeln eigenständige künstlerische Arbeiten. Dadurch wird ein Erfahrungshintergrund geschaffen, um Vermittlungskonzepte für Grundschulkinder zu erproben.

Adressat ist eine vierte Klasse der Fridtjof-Nansen-Schule, die von Eichen nahezu umstellt ist und in deren Umfeld sich eine imposante „Beuys-Allee“ befindet. Grund genug den Fragen und Inspirationen der Kinder fragend und gestalterisch nachzugehen um das schulische Umfeld neu zu beleben. Dabei steht die holistische und polyästhetische Wirkung der Skulptur ebenso im Fokus des Projektes, wie die Untersuchung der sozialen Bezüge und der historischen Rahmenbedingungen.

2. Zur künstlerisch-ästhetischen Forschung

Die Güte kunstpädagogischer Vermittlung besteht darin, dass auf die vielfältigen Kompetenzen von Kindern zugegriffen wird, um diese handlungsorientiert und reflexiv weiterzuentwickeln. Hintergrund ist das Prinzip einer künstlerisch-ästhetischen Forschung (Vgl. Brenne / Kämpf-Jansen), welches im Kontext von Kinder- und Jugendbildung in unterschiedlichen Kontexten umfangreich erprobt wurde. Ausgangspunkt ist das genuin menschliche Bedürfnis nach Welt- und Selbsterfahrung was stets sinnlich-emotional konnotiert ist und nach intermedialer Repräsentation drängt.

„Allgemein in der menschlichen Natur liegt der Trieb nach Erkenntnis. Das zeigt sich schon in der Freude an der sinnlichen Wahrnehmung, die auch abgesehen von Nutzen und Bedürfnis um ihrer selbst willen geschätzt wird, und vor allem der Gesichtswahrnehmung. Denn nicht bloß zu praktischem Zweck, sondern auch ohne jede derartige Rücksicht legt man auf die Gesichtswahrnehmung im ganzen und großen einen höheren Wert als auf jede andere, und zwar deshalb, weil gerade sie vom Gegenstande die deutlichste Erkenntnis vermittelt und eine Fülle von unterscheidenden Beschaffenheiten an ihm erschließt.“ (Aristoteles, Metaphysik – Einleitung)

Somit ist die Basis für jegliche Form epistemologischer Konzeptbildung die ästhetische Hervorbringung weltlicher Entitäten; ein dialektischer Prozess der auf der leibsinnlichen Durchdringung von Weltphänomenen beruht und dadurch eine individuelle Vergewisserung erst möglich macht. Doch es geht hier nicht nur darum den Prozess der kollektiven Enkulturation individuell nachzuvollziehen und vertraute Muster zu wiederholen, sondern auch um die produktive Entwicklung und Artikulation originärer Sichtweisen jenseits des Geläufigen. Eine derart konnotierte ästhetische Forschung trägt das Potential des „Weltenmachens“ in sich.

Dieses Prinzip ist die Richtschnur für alle in diesem Projekt anvisierten Aktivitäten – “ nicht nur auf der Schülerebene sondern auf der Ebene der Fortbildung von Lehrkräften. Ziel wäre somit eine auf künstlerische Selbsterfahrung gegründete exemplarische Vermittlung, wie im kooperativen Setting gemeinsam Fragen entwickelt und interessante Forschungsmethoden gefunden werden können.

3. Ablauf des Projektes

    Input/Pilotphase
    Ausbildung der Studierenden:

  •     Einführung in die ästhetische Forschung (Theorie, Transfer)
  •     Experimente im künstlerischen Feld / Erprobung ästhetischer Mittel (Stein und Klang, Pflanzenforschung, Leseübungen im Steinbruch)
  •     Recherche: 7000 Eichen und die Stadt Kassel (Diskussion mit Experten, Archivarbeit)
  •     Stein und Klang – “ Entwicklung einer intermedialen Arbeit Schulprojekt
  •     „Stein und Baum“ –  „eine ästhetische Annäherung an 7000 Eichen (Recherche, Experimente, Installation)